idee
„Wenn ich malen könnte, würde ich schreiben.“
Dieser Satz markiert einen Wendepunkt – den Moment, in dem sich der Blick des Fotografen von den künstlichen Konstruktionen der kommerziellen Fotografie löst und einer offeneren, unmittelbareren Wahrnehmung zuwendet. Nach Jahren, in denen Ästhetik zur Auflage und Perfektion zum Maßstab geworden waren, entsteht der Wunsch, wieder neugierig und unbestechlich zu sehen.
Im Zentrum steht nicht mehr die Inszenierung, sondern das Sehen selbst. Die Arbeit verzichtet bewusst auf technische Virtuosität oder visuelle Kontrolle. Sie sucht nach dem, was sich zeigt, wenn man hinsieht, ohne zu formen: nach Strukturen, Farben, Spuren und Oberflächen – nach einer Wirklichkeit, die sich leise behauptet.
Die Serie „BRUT“ folgt dieser Haltung. Jedes Bild bleibt offen, fragmentarisch, unfertig. Es erzählt nicht, sondern lässt Raum für Wahrnehmung. So wird das Fotografieren selbst zu einem Prozess des Loslassens – von Erwartungen, von Routinen, von der Vorstellung, Schönheit müsse geplant sein.
In Anlehnung an Marcel Proust: Es geht nicht darum, neue Landschaften zu finden, sondern mit neuen Augen zu sehen.
Dieses „neue Sehen“ ist ein Akt der Unschuld – ein Versuch, dem Wirklichen ohne Absicht zu begegnen.